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Full text of "Catalog der sammlung von handzeichnungen Alter Meister"

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SAMMLUNG 



W. MITCHELL. 






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VERSTEIGERUNGS-BEDINGUNGEN. 


Die Versteigerung geschieht gegen Baarzahlung mit 
einem Aufgeld von 5% vom Erstehungspreis. 

Bei vorkommenden Streitigkeiten Uber ein Doppelgebot 
wird die betreffende Nummer sofort nochmals ausgeboten. 

Der Auktionator behält sich das Recht vor, mehrere 
Nummern zusammen zu nehmen, oder auch ausser der Reihen¬ 
folge des Catalogs zu versteigern. 

Bis zum Betrag von 50 Mark wird um mindestens 50 
Pfennige, darüber hinaus um wenigstens 1 Mark gesteigert. 

Die Käufer sind gehalten ihre Accpiisitionen nach jeder 
Sitzung in Empfang zu nehmen und Zahlung dafür zu leisten. 

Durch die öffentliche Ausstellung ist Jedermann Gele¬ 
genheit gegeben, sich von dem Zustande der zur Versteigerung 
gelangenden Gegenstände zu unterrichten und können Re- 
clamationen nach erfolgtem Zuschlag keinerlei Berücksich¬ 
tigung finden. 





CATALOG 

DER 

SAMMLUNG VON HANDZEICHNUNGEN 

ALTER MEISTER 

AUS DEM BESITZE DES HERRN 

WILLIAM MITCHELL 

in LONDON 

welche 

am 7. Mai 1890 

von Vormittags 9V2 Uhr und Nachmittags 3 Uhr an in dem 
Saale der polytechnischen Gesellschaft 

Neue Mainzerstrasse 49 

durch die 

KUNSTHANDLUNG von F. A. C. PRESTEL 

versteigert wird. 


OEFFENTLICHE AUSSTELLUNG: 

Ebendaselbst am 5. und 6. Mai von 10 — 1 Uhr Vormittags. 


FRANKFURT AM MAIN 

4 

1890. 





Wenn jemals der Spruch, dass die Stimmen nicht 
zu zählen sondern zu wägen seien, seine volle Berech¬ 
tigung und Bedeutung hatte, so ist es bei der Sammlung 
der Fall, deren Catalog hiermit allen Kunstfreunden der 
gebildeten Welt übergeben wird. Nur 104 Blatt Hand¬ 
zeichnungen aller Schulen sind in ihm verzeichnet, aber 
es ist nicht e i n Blatt darunter, dessen Besitz nicht dem 
penibelsten Sammler Freude machen würde, — es sind 
weitaus die meisten von solcher Beschaffenheit, dass auch 
die reichsten Sammlungen Europas nichts Besseres je in 
ihrer Art aufzuweisen haben. 

Für die gediegenen Kunstforscher und Kunstfreunde 
ist es kaum nöthig, ein Wort zum Lobe der Sammlung 
Mitchell zu sagen: auf den sorgfältigst gewählten Leih¬ 
ausstellungen in Paris und London während der letzten 
zwanzig Jahre haben viele der vorliegenden Blätter das 
Auge gewiegter Kenner auf sich gezogen und gefesselt. 
Thausing schöpfte aus dem Studium der 20 Dürerschen 
Zeichnungen anregende Belehrung, in den Rembrandt- 
und Dürer-Werken, welche Dr. Lippmann in den letzten 
Jahren unternommen hat, bilden die Beiträge William 
Mitchells mit die werthvollsten. Denn um nur gleich 
eines zu sagen: sibi et atnicis war von jeher die Devise 
dieses ebenso kenntnissreichen als liebenswürdigen Samm- 


-0-» IV I -o- 


lers. Was er besass, an dem konnten auch andere sich 
erfreuen; Freunden seine Schätze zu zeigen war dem 
Besitzer ein Genuss, — sie jeder Zeit in den Dienst der 
Wissenschaft zu stellen, war ihm eine Ehrenpflicht; jede 
Anfrage oder Bitte um Belehrung durfte auf die freund¬ 
lichste Antwort zählen. 

Schreiber dieses kennt Mr. Mitchells Sammlung seit 
ihren um 30 Jahren zurückliegenden Anfängen und hat 
sich in freundschaftlichem Verkehr mit dem Besitzer oft 
ihres allmähligen Anwachsens erfreuen dürfen, aber er 
wird auch nie die entgegenkommende Aufnahme ver¬ 
gessen, welche ihm, dem persönlich unbekannten jungen 
Manne zu Theil wurde, als er bei Untersuchungen über 
eine von Raphael in seinen letzten Lebensjahren bear¬ 
beitete Composition einer Auferstehung dahin geführt 
wurde, sich gründliche Einsichtnahme eines von Mitchell 
kurz vorher erworbenen Skizzenblattes (No. 93 dieses 
Catalogs), gewissermassen des Schlüssels zu diesem leider 
nie zum Bilde ausgereiften Gedanken, zu erbitten. Und 
wie ihm, so erging es jedem, der an den Besitzer so 
vieles Schönen heranzutreten Anlass hatte. 

Es ist oben schon angedeutet worden, dass über den 
Werth der Sammlung den Kundigen eigentlich nichts 
gesagt zu werden braucht, aber die Versuchung liegt zu 
nahe, sie doch ein wenig näher zu betrachten, da sich 
so am besten zeigen wird, wie viel feinen Kunstsinn 
derjenige besitzt, der diese Blüthenlese zu vereinigen 
gewusst hat, — weil die Prinzipien, die ihn geleitet, 
manchem vielleicht mit noch grösseren Mitteln ausge¬ 
rüsteten Sammler nützliche Winke geben können. 

Vor einem hat sich Mitchell stets gehütet: seine 
Sammlung mit unnützem Ballast zu beschweren. Langsam 



« V I 


ist sie daher gewachsen, beschränkt ist ihr endlicher Um¬ 
fang geblieben, aber wie reich ist sie darum doch — oder 
vielleicht gerade darum — an belehrendem Material! Jedes 
Blatt ist vorsichtig so gewählt, dass es nicht allein für 
den betreffenden Meister characteristisch ist, sondern dass 
es ihn auch von seinen besten Seiten kennen lehrt. 
Nehmen wir z. B. die zwei Nummern (81 u. 82), welche 
Poussin vertreten: kann es bessere Beispiele von dessen 
heroischen Landschaften oder von dem antikisirenden 
Pathos seiner historischen Compositionen geben? selbst 
die berühmte Sammlung der Windsorer Bibliothek hat 
nichts Schöneres aufzuweisen. Oder blicken wir auf die 
vier Blatt von Claude: zwei directe Baumstudien und 
zwei Landschaften, sicher auch nach der Natur entworfen, 
aber mittelst einer hinzutretenden certa idea schon auf 
die höhere Stufe des Kunstwerkes emporgehoben. 

So Hesse sich bei jedem Blatt nachweisen, wie vor¬ 
trefflich es gewählt ist, um den betreffenden Meister 
erschöpfend zu vertreten. Kann man sich einen besseren 
Cuyp wünschen wie die Skizze von Dordrecht, einen 
lieblicheren Everdingen als dessen kleine reizende Aqua¬ 
relle, feinere Thierstücke als den Potter oder den Van 
de Velde? Wie fein und geistvoll ist die Van Dycksche 
Portraitskizze des Bischofs Malder: hier ist das volle Leben, 
von welchem in den sonst guten Stichen Hollars und 
Lommelins ein gutTheil verloren gegangen ist. Rembrandt 
ist durch eine Anzahl feiner landschaftlicher Skizzen ver¬ 
treten ; ersten Ranges ist der schlummernde Löwe, und vor 
allem die Rothstein-Zeichnung des sitzenden alten Mannes, 
die den Vergleich mit keiner anderen Zeichnung des grossen 
Llolländers zu scheuen hat. Die Perle der niederländischen 
Abtheilung ist jedoch das Bildniss Philipps des Guten, 
Herzogs von Burgund, von Jan van Eyck etwa um 1435 



O! VI »-O- 


gezeichnet; ein schöneres Beispiel des im besten Sinne 
vollendeten Naturalismus des Künstlers dürfte sich 
schwerlich aufweisen lassen. 

Wir verweilen nicht bei der Italiänischen Schule, 
obgleich sich schon einiges über die merkwürdigen Thier¬ 
miniaturen des Vittore Pisano, über den Kopf des Botti¬ 
celli, die Zeichnung von Perugino, die Raphaelsche 
Auferstehung und so manches andere Blatt sagen Hesse, 
um zum Schluss noch einen Blick auf die deutsche Schule 
zu werfen. Hier liegt der Schwerpunkt der Sammlung, 
zu diesen Meistern neigte die auf das feinste Verständniss 
gegründete Vorliebe des Besitzers; — so ist aber auch 
die Betrachtung dieser Blätter mehr als ein flüchtiger 
Kunstgenuss; sie entwickelt ein klares und umfassendes 
Bild unserer grossen deutschen Kunstperiode. 

Von einigen bedeutenden niederdeutschen Compo- 
sitionen ,des 15. Jahrhunderts aus gelangen wir über 
treffliche Schongauer, Engelbrechtsen, Altdorfer zu Meister 
Dürer. Bei ihm begnügte sich Mitchell nicht mit einer 
blossen Vertretung: jedes wirklich gute Blatt, dessen er 
habhaft werden konnte, war ihm willkommen, und so finden 
sich denn auch unter den 20 Nummern, die den Namen des 
grossen Nürnbergers tragen, eine Anzahl Perlen, wie sie 
schöner und vollkommner nie und nirgends Vorkommen. 
Lenkt die prächtige Aquarelle der Maria Selbdritt (No. 19) 
unsern Blick zuerst auf sich, so finden wir in der an- 
muthigen kleineren Madonna (No. 18) vielleicht noch 
kunstvolleres Erfassen und wärmere Vertiefung der innigsten 
Naturbeobachtung. Neben meisterhaft skizzirten Köpfen 
wie No. 15, 16, 31 leuchtet das Portrait Lord Morleys 
(29) durch seine schlichte Vornehmheit hervor, dem Hol¬ 
beins berühmte Sammlung Englischer Grossen nichts 


Besseres an die Seite zu setzen hat. Welch’ ein präch¬ 
tiges Beispiel humoristischer Naturbeobachtung ist die 
behäbige Frau (No. 20), und wie interessant deren Ver¬ 
gleich mit der theoretischen Auffassung der Körperform 
an dem Kopfe No. 30. Wie Dürer sein ganzes Leben 
lang sich mit der Leidensgeschichte Christi beschäftigte und 
sie immer wieder neu darzustellen bemüht war, so hat er 
auch im letzten Jahrzehnt seines Lebens einen solchen 
Cyclus in dem sonst ungewohnten Querfolio-Format mit 
der Feder entworfen; die einzelnen Blätter haben sich 
in verschiedenen Sammlungen Europas zerstreut: eins 
der bedeutendsten, eine figurenreiche Grablegung liegt 
hier vor. (No. 28.) Von grösstem Interesse ist der 
lautenspielende Engel (No. 14), aus dem Jahre 1497, eine 
Zeichnung, in der bei der liebevollsten Durchführung des 
Einzelnen dieselbe herbe Grossartigkeit der frühen Re¬ 
naissance auftritt wie jenseits der Alpen in ähnlich 
behandelten Studien Verocchios, Leonardos u. a. 

Eine schönere Uebersicht über Dürers künstlerisches 
Schaffen, sich fast über 30 Jahre erstreckend und alle 
Seiten des Meisters berührend, hat wahrlich noch kein 
Privatmann in seinen Mappen vereinigt. Gern verweilte 
man noch bei jedem anderen Blatte der deutschen Schule: 
wie schön sind die beiden Holbein vertreten, von welcher 
ganz ungewöhnlichen Bedeutung sind die Paar Blätter 
Hans Baldung’s, namentlich der tief empfundene Todes : 
gang der schwangeren Frau (No. 6), von dem man wohl 
verstehen kann, dass frühere Besitzer ihn für würdig 
fanden, Dürer zugeschrieben zu werden. Von seltener 
Schönheit sind die Studien Melchior Lorchs, den wir hier 
als eifrigen Zeichner nach den Antiken in Rom wie in 
Konstantinopel, sowie als scharfen Beobachter der Truppen 
der Osmanischen Herrscher kennen lernen. 


Doch genug! Wollte man der Sammlung Mitchell 
gerecht werden, so reichten nicht die Paar Seiten einer 
Vorrede aus; in ihr hat sich die geläuterte Kunstanschauung 
eines der feinsten Kenner während eines Menschenalters 
allmählig verkörpert — hoffen wir, dass, wenn sie jetzt 
hinausgeht in alle Welt, sie fortwirken möge bei ihren 
neuen Besitzern als eine unerschöpfliche Quelle edelsten 
Genusses und gediegenster Belehrung über die ewigen 
Gesetze alles wahren Schönen! 


C. Ruland. 




ALTDORFER 

(albrecht) 

1485-1538. 

1. Der Engel erscheint dem heil. Joachim. 

In reicher, bergiger Landschaft kniet Joachim 
am Fusse eines starken Baumes. Vor ihm 
steht ein Jagdhund. Links in der Höhe schwebt 
der Engel mit der Banderole. Die Jahrzahl 
1514 befindet sich in der Mitte oben. 

Sehr vollendete Federzeichnung. 

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H. 0,220. — Br. 0,147. 




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Anonymer Meister der florentinischen Schule 
des XV. Jahrhunderts. 

2. Stehender Zwerg. fZ 

Ganze Figur und ganz von vorn gesehen, 
den Blick gegen rechts nach oben gerichtet. 

Sehr ausgeführte, charakteristische Silber¬ 
stiftzeichnung auf grundirtem Papier, sorg¬ 
fältig mit weiss gehöht. 

H, 0,270. — Br. 0,198. 


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Anonymer Meister der niederdeutschen Schule 
aus der zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts. 

3. Die Verkündigung Mariä. 

Die heilige Jungfrau kniet gegen rechts ge¬ 
wendet an einem Betpult und neigt in Demuth 
den Kopf gegen den von links erscheinenden 
Engel. Eine reiche gothische Architektur bildet 
den Hintergrund. 

Kostbare Zeichnung von feinem, eigenthüm- 
lichem Ausdruck, die Conturen mit bräunlicher 
Tinte ausgeführt und mit Tusche lavirt. In 
vielen Beziehungen an die Arbeiten des Franz 
von Bocholt erinnernd. Aus Fauntaine’s Samm¬ 
lung. 

H. 0,310. — Hr. 0,185. 


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Anonymer Meister der niederdeutschen Schule 
aus der zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts. 

4. Statuette der heiligen Jungfrau, den 
Christusknaben auf dem Arm haltend. 

Sie steht unter einem spätgothischen Bal¬ 
dachin auf reichem Sockel und bietet dem 
auf ihrem linken Arm sitzenden Kinde einen 
Apfel an. 


Schöne, sehr ausgeführte Sepiazeichnung. 
Der Ausdruck des Kopfes, die Bewegung der 
Hände und die ganze Haltung von inniger 
Empfindung. 

H. 0,263. — Br. 0,205. 


BALDUNG 

GEN. GRIEN ODER GRÜN 

(hans) 

1476?—1545. 

5. Sitzende weibliche Figur — Eva? 


Sie sitzt halbnackt nach rechts gewendet, 
auf den Fingern der ausgestreckten Linken 
eine Kugel balancirend, auf der Erde, mit der 
Rechten auf diese gestützt. Gegen die Mitte 
links mit dem Monogramm bezeichnet. 

Meisterhafte,sehr ausgeführte Federzeichnung. 

H. 0,183. — Br. o.D 2 - 


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BALDUNG 

gen. GRIEN 
(hans) 

6. Eine schwangere Frau und der Tod. 

/ 3 i> O Sie schreitet gegen rechts, hinter ihr der 

Tod die lange Schleppe ihres Gewandes auf 
der Achsel tragend, die Linke warnend erhoben. 

Eine prachtvolle, ausgeführte Federzeichnung 
aus den Sammlungen Th. Lawrence und Hippis- 
ley, wo sie als eine Arbeit A. Dürer’s verkauft 
wurde. 

H. 0,234. — Br. 0,158. 


BALDUNG 

gen. GRIEN 
(hans) 

7. Phantastisch geschmückter Frauenkopf. 

Dreiviertel gegen links gewendet und mit 
hohem, groteskem Kopfschmuck. Zu beiden 
Seiten desselben befinden sich Flügel, die von 
grossen Agraffen und Bändern gehalten werden. 

Federzeichnung von höchster Vollendung auf 
braunem Papier und mit grösster Delicatesse 
mit weiss gehöht. Sammlung Th. Lawrence 
und Galichon. 


H. 0,180. — Br. 0,140. 


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BEKAM 

(hans sübald) 

1500—1550. 

8 . Studienblatt . 

Zwei tanzende Bauernpaare, ein Lanzenreiter 
und zwei Pistolen abfeuernde Landsknechte. 
Reizende kleine Federzeichnungen. 

H. 0,062. — Br. 0,122. 


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BOTTICELLI 

(SANDRO FILlPEPl) 

1446-- 1510. 

9. Kopf eines jungen Mannes. 

Wenig gegen rechts gewendet, mit langem 
bis zu den Schultern reichendem Haar. 

Sehr bedeutende Zeichnung, mit Silberstift 
auf gelbgrau grundirtem Papier ausgeführt und 
weiss gehöht. Aus den Sammlungen Richard- 
son sen., Lord Spencer, William Esdaile und 
Graf Nils Bark. 


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H. 0,180. — Br. 0,164. 


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C U Y P 

(albert) 

1620—1691. 

10. Ansicht von Dordrecht. 

Der 1 än<2s der Stadt dahinfliessende Rhein 
ist mit Schiffen und Kähnen belebt. Baum¬ 
gruppen und Windmühlen umgeben dieselbe; 
Vieh weidet am Ufer. Rechts unten bezeichnet: 
Dortreght A. Cuyp. 

Höchst malerisch behandelte Kreidezeichnung, 
mit Tusche lavirt. 

H. 0,170. — Br. 0,295. 




CUYP 

(albert) 

11. Holländische Land schoß. 

Von einem Hügel im Vorgrund sieht man 
über eine weite, anmuthige durch Baumgruppen 
und Bauerngehöfte unterbrochene Ebene nach 
fernen Anhöhen, zu deren Füssen Dörfer mit 
baumreicher Umgebung gelegen sind. 

Kapitale Kreidezeichnung, in der dem Meister 
eigenen Weise mit Tusche und bräunlich-grünen 
Tönen zu reizvoller Wirkung gebracht. 

H. 0,131. — Br. 0,496. 



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7 




C U Y P 

(albert) 

12. Landschaft. 

Im Vordergrund die Ruine eines Kalkofens; 
dabei ein über ein kleines Wasser führendes 
Holzbrückchen. Im Mittelgrund bekrönen hohe, 
theilweise eingefriedigte Baumparthien welliges 
Terrain, hinter welchem drei Windmühlen sicht¬ 
bar sind. Auf der Rückseite bezeichnet »T:Hage«. 

Schöne Zeichnung, in gleicher Weise wie 
vorstehende ausgeführt. 

H. 0,112. — ßr. 0,171. 



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DUJARDIN 


(karel) 


1625? —1678. 

13. Die Köpfe zweier Schaafe. 

Sehr vollende Studie nach der Natur, mit 
Oelfarbe auf graugrundirtes Papier ausgeführt. 

H. 0,078. — ßr. 0,126. 






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8 


DÜRER 

(albrecht) 

1471—1528. 

Von den nachstehend ver~eichneleu zwanzig Zeichnungen 
sind siebzehn in dem bekannten kostbaren Werk »Zeichnungen 
von Albrecht Dürer in Nachbildungen herausgegeben von Dr. 
Friedrich Lippmann« beschrieben und reprodu\irt. Wir folgen 
der chronologischen Ordnung desselben. 

14. Lautenspielender Engel. Lippmann 7;. 

Eine männliche Gestalt in faltenreichem Ge¬ 
wand steht, den Kopf etwas nach links geneigt, 
mit ausgebreiteten Flügeln an einer niedrigen 
Brüstung, auf welcher die Laute ruht auf der 
sie spielt. Oben in der Mitte die Jahrzahl 1497, 
darunter das Monogramm. 

Silberstiftzeichnung von höchster Vollendung 
auf grau grundirtem Papier und mit weiss ge¬ 
höht. Aus den Sammlungen: Th. Lawrence, 
Woodburn, Coningham & Hawkins. 

Siehe auch 

Thausing: Dürer, Sein Leben und sein Wirken, p. 105. 
Ephrussi: Albert Dürer et ses dessins, p. 59. 

Reproduxirt in the Grosvenor Gallery, illustrated Cata- 
logue, Winter-Exhibition 1877-78. No. 794. 


H. 0,267. — ^ r - 0,195. 


3 9 3 


DÜRER 

(alb recht) 

15. Kopj eines älteren Mannes . L. 74. 

Er ist im Profil nach links gewendet, bartlos, 
die Oberlippe eingefallen und mit einer bis 
zum Nacken reichenden Haube bedeckt. Unten 
in der Mitte befindet sich ganz gross das Mono¬ 
gramm, daneben die Jahrzahl 1505. 

Kohlenzeichnung, fast nur Contur, mit wenig 
breiten Strichlagen schattirt. 

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Ephr. p. 86. H. 0,298. — Br. 0,185. 

DÜRER 

(albrecht) 

16. Das Bildniss des Matthaeus Landauer. 
L 7 ;. 

Im Profil nach rechts gesehen. Ein älterer 
Mann mit sehr starker Nase und langem Haar. 
Darunter steht von Dürer’s Hand geschrieben: 
Landawer styfter, weiter unten die Jahrzahl 
1511 und das Monogramm. 

Kohlenzeichnung. Studie zu dem Kopl des 
auf dem Dreifaltigkeitsbild in der Bclvedere- 
Gallerie in Wien links vorn angebrachten 
Stifters desselben, des Nürnberger Metall- 
giessers Matthaeus Landauer. 

Th. p. 308. — Ephr. p. 171, 362. 

H. 0,273. — Br. 0,190. 


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DÜRER 

(alb recht) 

17. Säugende Murin. L. 76. 

Sic sitzt unter einer Art Thronhimmel aut 
einem mit Kissen belegten Sitze, ist ganz von 
vorn gesehen und reicht dem Kinde die rechte 
Brust. Oben in der Mitte das Monogramm. 

Flüchtige aber höchst geistreiche Federskizze 
aus der Sammlung Bale. 

Ephr. p. 188. H. 0,130. — Br. 0,100. 



DÜRER 

(albrecht) 

18. Murin niil dem Kinde. L. 77. 

Sie sitzt, von vorn gesehen, den Kopf etwas 
nach links geneigt, in einen Mantel gehüllt und 
hält das stehende Christuskind, welches mit 
beiden Händchen den letzteren gefasst hat, auf 
ihrem Schoosse. Rechts unten das Monogramm. 

Ausgeführte Federzeichnung, der Mantel nicht 
vollendet. Aus den Sammlungen Th. Lawrence 
und Bale. 

Ephr. p. 189. H. 0,182. — Br. 0,130. 


11 ^ 


DÜRER 

(albrecht) 

19. Maria sclbdritt. L. 78. / 0 ° 

Maria ruht nach rechts gewendet, mit dem 
von ihr aufrecht gehaltnen Kinde scherzend, 
im Schoosse der auf einem Hügel sitzenden 
heiligen Anna, die mit der Linken in einem 
Buche blättert. Oben in der Mitte die Jahr¬ 
zahl 1514 und das Monogramm. 

Aquarellirte Federzeichnung von höchster 
Vollendung. Eines der hervorragendsten Blätter 
der Sammlung. 

Ephr. p. 173. H. 0,247. — Br. 0,194. 


DÜRER 

(albrecht) 

20. Sitiende Frau. L. 77. 

Sie sitzt wenig nach links gewendet, eine 
Nelke in der Hand haltend, auf einer Holzbank. 
Es ist eine wohlbeleibte Frau im Hauskleide, 
ein Schlüsselbund an der Seite. In der Mitte 
oben das Monogramm und die Jahrzahl 1514. 

Geniale Federzeichnung. 

Siehe Gazette des Beaux-Arts. II. Serie 
Bd. XVII p. 244. 

Ephr. p. 179. H. 0,215. — Br - 0,162. 




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12 





DÜRER 

(albrecht) 

21. Der ?ule Schächer. L. So. 

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Gegen rechts gewendet, .in Händen und 
Füssen an’s Kreuz genagelt, der rechte Arm 
auch mit einem Strick an dasselbe gebunden. 
Oben in der Mitte die Jahrzahl 1517, daneben 
das Monogramm. 

Federzeichnung aus der Sammlung Th. Law¬ 
rence. 

Ephr. p. 228. H. 0,288. — Br. 0,172. 

DÜRER 

(albrecht) 

22. Eine %weile Studie {// derselben Figur. 

Sie unterscheidet sich von der vorhergehen¬ 
den durch die veränderte Bewegung der Figur, 
den milderen Ausdruck des Kopfes. Der Strick, 
mit dem der rechte Arm angebunden ist, fehlt. 
Der Kreuzesstamm ist etwas gebogen und 
zwischen diesem und dem Körper ist ein 
Zwischenraum, da der obere Theil des Letzteren 
etwas vorgeneigt und die Kniee eingezogen 
sind, während bei der vorstehenden Zeichnung, 
wo der Körper fest am Kreuz liegt, der Leib 
eingezogen und die Kniee etwas geknickt 


erscheinen. Oben rechts befindet sich das 
Monogramm. 

Federzeichnung in bräunlicher Tinte aus¬ 
geführt. 

Diese Zeichnung, die von dem Besitzer als »Schule 
Dürer’s« bezeichnet wurde, ist, wenn auch weniger 
energisch in der Ausführung, doch wohl eine Original¬ 
arbeit Dürer’s. H. 0,269. — Br. 0,125. 

DÜRER 

(albrecht) 

23. Weibliches Köpfchen. L.'Si. 

Studie zu einem Madonnenkopf, mit nieder¬ 
geschlagenen Augen gegen links blickend, leicht 
nach rechts geneigt, das lange Haar auf die 
Schultern fallend. 

Federzeichnung mit schwarzer Tinte. 

Ephr. p. 84. H. 0,042. — Br. 0,042. 

DÜRER 

(albrecht) 

24. Entwurf cpi einem Bücherlichen des 
Willibald Pirhheimer. L. S2. 

Ein geflügelter Genius steht etwas nach rechts 
gewendet, den Kopf nach links geneigt, mit der 

4 

Linken das Wappenschild Pirkheimer’s haltend, 
auf einem begrenzten Terrain. Links oben in 
der Ecke das verblasste Monogramm. 

Federzeichnung. 

Ephr. 215. 






H. 0,142. 


Br. 0,117. 


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14. 


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DÜRER 

(albrecht) 

25. Studienblatt. L. Sj. 

Oben ein sitzender Hund nach rechts ge- 
wendet, darunter ein auf einem Dreifuss sitzen¬ 
der nach links gewendeter Bauer, unter diesem 
ein zweiter auf einem Schemel sitzender Bauer, 
der ein Stundenglas am Mund hat und nach 
rechts gewendet ist; zu unterst ein Feuerbrand 
und ein Eimer. Die einzelnen Darstellungen 
sind mit den Zahlen 38—41 fortlaufend be¬ 
zeichnet. Auf der Rückseite Bruchstücke eines 
lateinischen Textes. 

Federzeichnung ganz in der Art der Rand¬ 
zeichnungen im sog. Gebetbuch Kaiser Maxi¬ 
milians. Aus den Sammlungen Guiseppe Va- 

lardi, HD. und J. Gigoux. 

H. 0,220. — Br. 0,098. 

DÜRER 

(albrecht) 

26. Kinclerköpfchen. L 84. 

Zweidrittel gegen rechts gewendet, die Augen 
nach dem Beschauer gerichtet. 

Kreidezeichnung auf grün grundirtem Papier, 
mit weiss gehöht. Aus der Sammlung Th. 
Lawrence. 

Ephr. p. 182. 


H. 0,105. — Br. 0,091. 


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DÜRER 

(albrecht) 

27 . Kiiiderhopf. L. 85. 

Zweidrittel nach links gewendet, die grossen 
Augen nach derselben Seite gerichtet. 

Kreidezeichnung auf grün grundirtem Papier 
mit weiss gehöht. Aus der Sammlung Th. 
Lawrence. 

Ephr. p. 182. H. 0,175. — Rr. 0,155. 

DÜRER 

(albrecht) 

28 . Die Grablepitno- Christi. L 86 . 

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Figurenreiche Composition. Der Leichnam 
Christi wird von zwei Männern in einem Tuche 
oben und in der Mitte, von Joseph von Arimathia 
am Fussende nach dem links sich befindenden 
Grabe getragen, gefolgt von Maria, dem heil. 
Johannes, der heil. Magdalena und anderen 
Frauen. Im Hintergrund Felsen, Weinberge 
und auf hohem Berg die drei Kreuze. Unten 
gegen links die Jahrzahl 1521, darunter das 
Monogramm. 

Ausgeführte Federzeichnung, zu einer Reihe 
Passions-Darstellungen, die alle in den Jahren 







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1520/21 entstanden sind, gehörend, von denen 
sich mehrere in den Uffizien zu Florenz und 
im StädePschen Kunstinstitut zu Frankfurt a. M. 
befinden. 

Ephr. p. 311. H. 0,210. — Br. 0,290. 


DÜRER 


(albrecht) 


29 . Bihlniss des Lord Morley, Kanzler des 
Königs Heinrich VIII. von England. L. Sy. 




~<9 



Halbfigur, fast ganz von vorn gesehen, ein 
wenig nach links gewendet. Auf dem Kopf 
trägt er ein Barett mit breiten, aufgeschlagenen 
Rändern. Fr ist bekleidet mit einem reichen, 
pelzverbrämten Gewand, über der Brust über¬ 
einander geschlagen, in das er die Linke ge¬ 
steckt hat, während er in der Rechten, die auf 
einer Brüstung ruht, einen Apfel hält. Ueber 
die Schultern trägt er eine schwere Kette. An 
der Vorderseite der Brüstung ist von Dürer’s 
Hand geschrieben: »Heinrich Morley aws engel¬ 
land 1522«, unter dieser Jahrzahl befindet sich 
das Monogramm. 


17 


Silberstiftzeichnung auf grün grundirtem 
Papier mit leisen Spuren von weisser Auf¬ 
höhung. Aus der Sammlung Finnin -Didot. 
Ephr. 326. 

Morley gehörte zu der Gesandtschaft, welche dem 
Erzherzog Ferdinand am 8. November 1522 in Nürnberg 
den Hosenbandorden überreichte. 

H. 0,380. — Br. 0,318. 


DÜRER 

(albrecht) 

30 . Kopf eines Mannes %ur Proportions¬ 
lehre. L. SS. 

Im Profil nach rechts gewendet, bartlos und 
die Haare im Nacken, an der Stirn und an 
den Schläfen nur angedeutet. Wohl das Ideal 
männlicher Schönheit Dürer’s. Auf der Rück¬ 
seite ist derselbe Kopf durchgezeichnet und mit 
einem Netz rother Linien überzogen. 

Federzeichnung, der Hintergrund mit tief¬ 
brauner Farbe ausgefüllt. 

Ephr. p. 68. 

H. 0,245. — Br. 0,188. 


2 


(albrecht) 



31. Der Kopf des Apostels Paulus. L. 89. 

Fast ganz Profil nach links gewendet, mit 
kahlem Kopf und langem Bart. Eine Studie 


zu dem Kopf des Apostels auf dem berühmten 
Bilde ir. der Pinakothek in München. Auf 
einem angesetzten Papierstreifen von 48 mm 
Breite steht links oben die Jahrzahl 1526 und 
das Monogramm. Auch rechts ist ein Streifen 
von 26 mm Breite angesetzt. 

Kreidezeichnung auf gelbbraun grundirtem 
Papier, hier und da mit röthlich weissen Lichtern 
gehöht. Aus der Sammlung Th. Lawrence. 

H. 0,380. — Br. 0,290. 

/ 

DÜRER 

(albrecht) 

32. Der heilige Georg im Kampf mit dem 
Drachen. Entwurf %u einem Glasfensler. 




Dasselbe ist durch drei breite senkrechte 
und drei schmale wagrechte Theilungen in 
sechszehn kleinere Felder geschieden und geht 


- 19 *-»— 

oben in eine reiche gothische Spitzbogen- 
Architektur, durch welche der blaue Himmel 
sichtbar ist, über. St. Georg zu Pferde, in 
lebhafter Bewegung nach links gewendet, haut 
mit dem Schwerte nach dem sich gegen ihn 
erhebenden Drachen. Die bedrohte Jungfrau 
kniet betend links auf einer Anhöhe, bei ihr 
steht ein Lamm. Hohe, umwaldete Berge, von 
Burgen gekrönt, ein See und ein Städtchen 
am Ufer desselben in der Ferne, bilden den 
Hintergrund. 

Prächtige, das ganze Fenster ausfüllende 
Composition. Sorgfältig mit der Feder aus¬ 
geführt und aquarellirt. 

H. 0,285. — Br. 0,140. 


DÜRER 

(albrecht) 

33. Entwurf %u einem Thürklopfer. 

Zwei mit den Hälsen und Schwänzen ver¬ 
schlungene, sich umfassende Drachen. Rechts 
oben in der Ecke das Monogramm. 

Federzeichnung mit brauner Tinte ausgeführt 
und leicht mit brauner Farbe lavirt. 

H. 0,115. — Br. 0,067. 

2 * 




* 20 *■ 


DÜRER 


(albrecht) 

Schule. 

34. Studie zweier weiblichen Hände. 

Die Rechte ruhend, die Linke in deutender 
Stellung. 

Vorzügliche mit schwarzer Farbe auf blau- 
grundirtes Papier ausgeführte Zeichnung. 

H. 0,137. — Br. 0,235. 


DYCK 

(anton van) 
1599-1641. 


JJO 


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c *- 7-rt-t r j 


35. Portrait des Johannes Mal der ns, Bischof 

von Antwerpen. 

Der charaktervolle Kopf mit der viergespitzten 
Mütze, fast ganz von vorn gesehen. Bekannt 
durch die Radirung von W. Hollar. 

Meisterschaft mit schwarzer Kreide auf blau¬ 
graues Papier skizzirt und weiss gehöht. 


H. 0,185. — Br. 0,140. 


‘ 21 ‘ 


ENGELBRECHTSEN 

(CORNELIS) 

1468—1 533. 

36. Die Anbetung der Könige.. 

Die heil. Jungfrau sitzt rechts am Fusse einer 
Säule und hält auf ihrem Schoosse das stehende 
Christuskind, dem knieend einer der Könige 
ein Kästchen darreicht. Die beiden anderen 
Könige stehen zur Seite. Im Hintergrund 
unter einem Bogen St. Joseph, die Gruppe 
betrachtend. 

Federzeichnung auf grau grundirtem Papier, 
weiss gehöht, geistreich in der Art Dürer’s 
ausgeführt. Sammlung His de Lapalle. 

H. 0,270. — Br. 0,222. 






EVERDINGEN 

(allart) 

1621— 167s. 

37. Flusslandschaft. 

Bei einem dicken runden Thurm, der eine 
alte Stadtmauer flankirt und durch den ein 
grosses Thor führt, liegt ein Schiff vor Anker. 
Wäscherinnen sind am Wasser, das mit Kähnen 


<f/o . 

L 

{. 771 *^, 


5 22 * 


belebt ist, beschäftigt. Im Hintergrund ein 
hoher Berg umgeben von Befestigungen. Rechts 
unten auf einem Stein das Monogramm. 

Reizend ausgeführte Aquarelle von seltenster 
Vollendung und Frische der Farbe. 

H. 0,115. ~ Br. 0,180. 


EYCK 

(jAN VAN) 
1386—1440. 




38. Studienblatt. 

Die heilige Jungfrau sitzend, in faltenreichen 
Mantel gehüllt, hält das Kind auf dem Schoosse. 
Daneben die Skizze einer knieenden Frau. Auf 
der Rückseite zwei Studien zu einem Bischof 
und leichte Andeutungen anderer Figuren. 

Reizende mit Silberstift ausgeführte Zeich¬ 
nungen auf weiss grundirtem Papier. Die Figur 
der Madonna erinnert sehr an das im StädeP- 
schen Kunstinstitut sich befindende Gemälde 
des Meisters: »Die Madonna von Lucca«. 

H. 0,125. — Br. 0,095. 


2 23 E 


EYCK 

(JAN VAN) 

39* Philipp der Gute, Herzog von Burgund. 

Halbfigur. Er ist ganz von vorn gesehen mit 
dem Mantel des Ordens des goldnen Fliesses 
bekleidet, der nur an der rechten Schulter ge¬ 
öffnet ist. Der Kopf ist mit dem der Zeit 
eigenthümlichen niederen, turbanartigen Hut 
bedeckt, von dem auf jeder Seite Zaddelwerk 
auf die Schultern fällt. 

Silberstiftzeichnung von höchster Vollendung 
und wohl das bedeutendste von dem Meister 
existirende Werk dieser Art. Aus der Samm¬ 
lung Galichon. Reproduzirt in der Gazette 
des Beaux-Arts, t. XXII. p. 84 und im illustr. 
Catalog der Grosvenor Gallery, Winter-Ex¬ 
hibition 1877-78, Nr. 930. 

H. 0,215. — ^ r - 0,144. 


S 4 f 00 


GELLEE 

(CLAUDE gen. LE LORRA 1 N) 

1600—1682. 

40. Landschaft mit gehender Heerde. 

Im Vordergrund zieht eine Heerde Rinder 
und Ziegen an hohen Baumgruppen vorüber 
nach einem Flusse, dessen jenseitiges Ufer hohe 


YJ 0 





—«-« 24 : ^— 



Felsen, an denen ein Wasserfall herabstür/.t, 
bilden und die mit Gebäuden gekrönt sind. 
Federzeichnung mit Sepia und Tusche lavirt. 

H. 0,174. — Br. 0,250. 

. /’C ^ 

GELLEE 

(CLAUDK gen. LE LORRAIK') 

41. Landschaft mit der Versuchung Christi . 

Christus sitzt am Fusse eines von Bäumen 

bewachsenen Felsens am Ufer eines Stromes. 
Der Versucher steht vor ihm. Das jenseitige 
Ufer bilden sehr hohe, bewaldete Berge. Rechts 
unten bezeichnet: 1670 glaudio fecit. 

Vorzügliche auf blaugraues Papier ausge¬ 
führte Federzeichnung mit Tusche lavirt und 
weiss gehöht. 

H. 0,280. - Br. 0,192. 

■frfo 

GELLEE 

(CLAUDE gen. LE LORRAIN) 

42. Baumgruppe am Ufer eines Flusses. 

Meisterhaft behandelte Naturstudie von vol¬ 
lendeter Wirkung. 

Sepiazeichnung. 


H. 0,360. — Br. 0,242. 


: 2 ^ z 


GELLEE 

(CLAUDE gen. LE LORKäIN) 

43. Waldstudie. 

Zur Linken erheben sich hohe Bäume neben 
Gebüsch am Rand eines von der Sonne be¬ 
leuchteten Terrains. Bezeichnet: claude L. 

Sehr vollendete, sepirte Federzeichnung von 
mächtiger Wirkung. 

H. 0,282. — Br. 0,208. 


G O YE N 

(JAN VAN) 

1596—1656. 

44. Winterbild. 

Gruppen von Schlittschuhläufern, Schlitten, 
Zelte in denen gekocht wird, bedecken die 
Eisfläche eines breiten Wassers in der Nähe 
einer Stadt. Im Hintergrund sieht man eine 
Windmühle. Rechts unten mit dem Mono¬ 
gramm und der Jahrzahl 1649 bezeichnet. 

Belebte und malerisch ausgeführte, mit Tusche 
lavirte Kreidezeichnung. 


H. 0,160. — Br. 0,263. 


s 2 6 * 


GOYEN 


(jAN VAN) 


Fff e ^ 


45. Holländische Flusslandschaft. 

Bei einer dicht am Ufer stehenden grossen 
Kirche ist ein Kahn im Begriff zu landen. Gegen 
links auf der Wand einer kleinen Hütte mit 
dem Monogramm und der Jahrzahl 1651 be¬ 
zeichnet. 

Geistreich mit Kreide gezeichnet und mit 
Tusche lavirt. 

H. cu 10. — Br. 0,203. 


GRIMALDI 

gen. IL BOLOGNESE 
(giovanni francesco) 
1606—1680. 




46. Italienische Landschaft. 

An einem Flusse liegt inmitten einer bergigen 
Landschaft eine befestigte Stadt. Prächtige 
Bäume stehen auf zerrissenem Terrain im 
Vordergrund. 

Schöne, breit behandelte Federzeichnung. 

H. 0,250. — Br. 0,385. 


(francesco) 
1712—1793. 


47. Italienischer Seehafen . 


Auf dem Quai desselben steht im Mittel¬ 
grund die Ruine eines Gebäudes mit hochge¬ 
wölbtem Durchgangsbogen, weiter davon Be¬ 
festigungen, in der Ferne Berge. Der Quai 
ist mit Figurengruppen reich belebt. Kähne 
sind im Begriff zu landen. Ein grösseres Schiff 
wird ausgeladen. 

Höchst geistreiche Federzeichnung mit Sepia 
lavirt. 


H. 0,195. — Br. 0,320. 


G U A R DI 

(francesco) 


48. Motif aus dem Hof des Dogenpalastes 



in 


Malerisch aus der Halle des rechten Flügels 
gesehen und mit Figuren belebt. 

Meisterhafte Federzeichnung mit Sepia lavirt. 


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28 *<>- 



HOFFMANN 

(hans) 

1520?—1600. 

49. Eine Mandelkrähe. 

A11 einem durch die Naslöcher des Schnabels 
gezognen Bindfaden an einem Nagel aufge¬ 
hängt. Rechts oben mit dem Monogramm und 
der Jahrzahl 1583 bezeichnet. 

Farbenprächtige Gouachemalerei auf Perga¬ 
ment von sorgfältigster Ausführung. Aus der 

O t» O 

Sammlung Paul von Praun. 

n 

H. 0,370. — Br. 0,185. 


HOLBEIN 

(ambrosius) 

GEB. 1484? 

50. Studie %u einem Christuskind. 

, ^ ^ Halbfigur. Es ist fast im Profil gegen links 

gewendet. Unter dem linken Aermchen sieht 

_ man die Hand der es unterstützenden heil. 

Jungfrau. 

Interessante und bedeutende Zeichnung mit 
Silberstift ausgeführt. Oben links fälschlich, 
obwohl von alter Hand, Hans Holbein 1522 
bezeichnet. Man erkennt noch deutlich die 
alte Bezeichnung A. H. Aus der Weigel’schen 
Sammlung. 


H. 0,183. — Br. 0,141. 


o - 29 


HOLBEIN 

(AMBROSIUS) 

51. Männlicher Kopf. 

Gegen rechts gewendet, mit lockigem Haar. 
Silberstiftzeichnung auf grundirtem Papier. 

H. 0,075. — Br. 0,070. 



-HO L-B-E-LN- re^/tarr<)e / 

(ambrosius) 

52. Männlicher Kopf. 

Lebendig dreinschauender Kopf eines älteren 
Mannes, dreiviertel nach rechts gewendet. 
Silberstiftzeichnung. 

H. 0,065. - Kr. 0,090. 



HOLBEIN 

(hans der ältere) 

1460? —1524. 

53. Der Kopf eines jungen Mannes. 

Dreiviertel nach links gewendet, etwas vor¬ 
gebeugt, mit einer Mütze mit aufgeschlagenem 
Rand bedeckt. 

Silberstiftzeichnung auf grundirtem Papier, 

mit der Feder überzeichnet. Eine vorzügliche 

Vertretung des Meisters. 

Achteck H. und Br. 0,083. 


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HOLBEIN 

(HANS DER JÜNGERE) 

1497-1543. 

54. Männlicher Kopf. 

Dreiviertel gegen links gewendet, mit dünnem 


Bart und über das Ohr hinweg bis zum Nacken 
reichendem Haar. Der Kopf ist mit einem 
Barett, an dem sich ein Medaillon mit dem 
Brustbild der Himmelskönigin befindet, bedeckt. 
Links oben bezeichnet HB. 

Eine der bedeutendsten Zeichnungen der 
Sammlung, mit farbigen Kreiden ausgeführt. 
Aus Weigel’s Sammlung. 

H. 0,204. — Br. 0,200. 

■*/*/ 

HOLBEIN 

(hans der jüngere) 

55. Kopf einer jungen Frau. 

Im Profil nach rechts gewendet und mit dem 
damals üblichen florartigen Kopftuch bedeckt. 

Reizendes Köpfchen, leicht aquarellirt; unter 
dem dünnen Tuch schimmert das röthliche 
Haar durch. In den Gewandtheilen sind die 
Angaben der Stoffe und Farben mit Silberstift 
beigeschrieben. 

H. 0,130. — Br. 0,087. 


HOLBEIN 

(hans der jüngere) 

56. Drei männliche Köpfe und ein Becher. 

Erstere nach links schauend. Zwei davon 
sind bartlos und scheinen solche von Ordens¬ 
brüdern zu sein. Der dritte trägt Vollbart und 
lockiges Haar. Der Becher ist von einfacher, 
feiner Form. Auf der Rückseite befindet sich 
das Fragment einer mit der Feder gezeichneten 
Fandschaft. 

Reizende auf grau grundirtes Papier in Farben 
ausgeführte Studien von feinstem Ausdruck. 
Aus den Sammlungen des Miniaturmalers Myer 
(1790), U. Price und W. Russell. 

H. 0,080. — Br. 0,094. 

HOLBEIN 

(hans der jüngere) 

57. Männliche Figur. 

Ein junger Mann, dessen Kopf im Profil 
gegen links gewendet und mit einer blauen 
Mütze bedeckt ist, die Arme in die Seiten ge¬ 
stemmt gegen links schreitend, mit einem 
weissen kittelartigen Gewände, worüber ein 
weiter, blauer Mantel geworfen ist, bekleidet. 
An den Beinen trägt er bis zum Knie reichende, 
eigenartige Stiefel von rothcm Leder. 






Prächtige Costümfigur. Aquarellirte Feder¬ 
zeichnung aus den Sammlungen H. Walpole 
und Bale. 

(Von Letzterem in Strawberry Hill, einst H. YVal- 
pole’s Landsitz gekauft. Sie hing im sogenannten Hol¬ 
bein-Zimmer. Anmerkung des Besitzers.) 

H. 0,230. — Br. 0,161. 



HOLBEIN 

(hans der jüngere) 

Entwurf einer flachen Schale. 

Auf reich gegliedertem Fusse, der die untere 
Fläche der Kuppa mit leichtem Blattwerk um- 
schliesst und dessen Knauf mit freistehenden, 
geflügelten Engelsköpfen geziert ist. 

Mit Sepia gezeichnet und getuscht, zum Theil 
mit leichten Farbenandeutungen an den mit 
Email zu bedeckenden Stellen. Sammlung 
P. Lely. 

H. 0,083. — Br. 0,100. 

Entwurf rti einer ähnlichen. 

An dem feingegliederten Sockel setzt sich 
ein Profil mit Blattwerk an, aus welchem 
sich, von Akanthusblättern getragen, der breite 
kannellirte und mit Widderköpfen verzierte 
Knauf entwickelt. 

In gleicher Weise ausgeführt und aus der¬ 
selben Sammlung. 

H. 0,083. — Br. 0,105. 



- 0-5 


33 * 


LORCH 

(MELCHIOR) 

1527-1594. 

60 u. 61. Türkischer Reiter. 

Im Profil gegen links gewendet und von einem 
Lanzenträger gefolgt, mit der Ueberschrift: 
»Solimanus«. — Auf der Rückseite: Drei 
Lanzenreiter nach links gewendet mit der 
Ueberschrift: »Arabische.« 

Di 'ei Reiter mit Bogen und Pfeilen bewaffnet. 

Ueberschrift: »Haiden.« — Auf der Rück¬ 
seite: Drei Lanzenreiter mit der Ueberschrift: 
»Mamalucke.« 

Von dem Künstler, als er sich antiquarischer 
Studien halber im Orient aufhielt, an Ort und 
Stelle gezeichnet. Mit der Feder in Sepia aus¬ 
geführt und lavirt. Aus Fauntaine’s Sammlung. 

H. 0,225. — Br. 0,168. 






LORCH 

(melchior) 

62. Studien nach Torsi antiker iveiblicher 
Statuen. 

Mit dem Monogramm und der Jahrzahl 1551 
bezeichnet. 

Leicht getuschte Federzeichnung. 

H. 0,267. — Br. 0,191. 



3 


- 0-3 


34 


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L ü R C II 

(mklchior) 

63. Studienvon antiken männlichen Figuren, 
Torsi und Füssen. 

Ebenso bezeichnet. 

Gleiche Ausführung. H. 0,250. — Br. 0,190. 


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LORCH 

(melchior) 

64. Antike Säule mit Reliefs. 

im oberen Theile Märtyrer, die zum Richt¬ 
platz geführt werden, im untern Theile ein 
Reitergefecht. Rechts unten bezeichnet: An¬ 
tique zu Constan(tinopel) gemacht, darunter 
das Monogramm und die Jahrzahl 1553. 

Mit Sepia ausgeführte Federzeichnung. 

H. 0,293. — Br. 0,217. 






LORCH 

(.MELCHIOR) 

65. Ansicht des Laterans . 

Federzeichnung auf braunem Papier mit 
weiss gehöht. H. 0,170. - Br. 0,200. 



- 0-3 


35 


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M A E S 

(nicolas) 

1632—1693. 

66. Sitzende schlafende Frau. 

Ganze Figur, von vorn gesehen. Der Kopf 
ruht in der Hand des auf das Knie gestützten 
linken Arms. 

Fein empfundene Studie nach der Natur, 
flüchtig mit Kreide gezeichnet. 

H. 0,175. - Br. 0,148. 


7 f O 


MANUEL 

gen. DEUTSCH. 

(nicolaus) 

1484-1530. 

67. Wappenhaltende Frau. 

Eine reichgekleidete Frau, ganze Figur, mit 
Federbarett und fliegendem, lockigem Haar 
hält mit der Linken ein Wappenschild, mit 
der Rechten das Band desselben. 

Sehr ausgeführte, schöne Federzeichnung. 

H. 0,225. — Br. 0,135. 

3 * 




7/r. 


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MANUEL 

gen. DEUTSCH. 

(nicolaus) 

68 . Ein Fahnenträger. 

Ganze Figur, stehend, in der malerischen 
Tracht der Landsknechte jener Zeit, eine 
mächtige Fahne auf der rechten Achsel tragend. 

Vollendete, wirkungsvolle Tuschzeichnung 
auf blaugrundirtem Papier, sorgfältig mit weiss 
gehöht. Rechts die Jahrzahl 1540. 

H. 0,150. — Br. 0,100. 


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MAURER 

(Christoph) 

1558—1614. 

69. Die Anbetung der Könige. 

Figurenreiche Composition zu einem Glas¬ 
fenster. Im oberen Felde: Darstellung des 
Mannalesen in der Wüste. Mit dem Mono¬ 
gramm und der Jahrzahl 1595 bezeichnet. 

Schöne, ausgeführte Federzeichnung, mit 
Tusche lavirt. 

H. 0,340. — Br. 0,265. 


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O S T A D E 

(adriaan van) 

1610—1685. 

70. Bauerngesellschaft. 

Sieben Bauern in Unterhaltung in der Nähe 
eines Kamins. Der diesem zunächst sitzende 
Bauer spielt die Geige, ganz im Vordergrund 
steht ein Anderer von hinten gesehen, sich auf 
die Lehne eines Stuhles stützend. Zwei Sitzende 
und ein Stehender befinden sich in der Nähe 
des Geigers. Im Hintergrund umarmt der 
Sechste eine Frau. Bezeichnet Ostad f. 

Capitale Zeichnung mit der Feder skizzirt 
und leicht getuscht. Sammlung Howard. 

H. 0,157. — Br. 0,151. 





O S T A D E 

(adriaan van) 

71. Zwei stehende Bauern im Gespräch. 

Der Fine hält ein Glas, der Andere einen 
Krug in der Hand. 

Schöne, ausgeführte Tuschzeichnung. 

H. 0,087. — Br. 0,069. 



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3 * 


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O S T A D F, 

(adriaan van) 

72. Eine Bauersfrau. 

Kniestück. Sie ist nach links gewendet und 
hat eine mit Pelz besetzte Haube auf dem 
Kopfe. Links unten mit dem Monogramm 
bezeichnet. 

Schön ausgeführte Aquarelle. 

H. 0,077. Br. 0,045. 



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O S T A D E 

(adriaan van) 

73. Tausender Bauer. 

Lebendig gezeichnet und trefflich in der 
Bewegung. 

Mit der Feder entworfen und mit kräftigen 
Farben aquarellirt. Links unten mit dem Mono¬ 
gramm bezeichnet. H. 0,120. Br. 0,076. 





P I S A N O 

(vittore) 

1380-1455. 

74—79. Blätter aus einem Studienbuch des 
Künstlers. 

i. Affen und Bären; auf der Rückseite: zwei Jagd-Leoparden. 




2. Hirsch und Hirschkuh; auf der Rückseite: zwei Löwen, 
von denen Einer eine Antilope zerreisst. 

3. Zwei Löwen; auf der Rückseite: zwei Antilopen und 
ein Jagdhund. 

4. Zwei Füchse; auf der Rückseite: eine Bulldogge und 
eine Gemse. 

5. und 6. Studien von Vögeln. 

Davon sind die ersten vier Blätter sorgfältig 
mit Deckfarbe, die beiden letzten nur in Con- 
turen auf Pergament ausgeführt. — Die feine 
Naturanschauung und Durchführung, verbunden 
mit dem Stylgefühl der Zeit, verleihen diesen 
Blättern einen eigenthümlichen Reiz und eine 
hervorragende Bedeutung. 

H. 0,164. — Br. 0,122. 

POTTER 

(PAULUS) 

1625—1654. 

80. Landschaft mit Vieh. 

Im Vordergrund nächst einer Plankenwand, 
an deren Ecke sich ein Baum erhebt, stehen 
zwei Kühe. Im Mittelgrund bei einem Weiden¬ 
baum ruhen ein Schaaf und der Hirt. Im 
Hintergrund Anhöhen und Vieh auf entfernten 
Wiesen. Links auf einer der Planken bezeich¬ 
net: P. Potter 1640. 

Ausgeführte Kreidezeichnung auf gelblichem 
Papier. Interessante frühe Arbeit des grossen 
Meisters. H. 0,126. Br. 0,199. 





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40 * 





P O U S SI N 

(nicolas) 

1594—1665. 

81. Die Kundschafter Israels im Lande 
Kanaan. 

Grossartige, figurenreiche Composition. 
Federzeichnung, mit Sepia lavirt. 

H. 0,240. — Br. 0,186. 


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POUSS IN 

(nicolas) 

82. Landschaft mit Polyphem. 

Skizze zu dem berühmten Bilde des Meisters 
in der Eremitage in Petersburg. 

Getuschte Federzeichnung auf gelbgrauem 
Papier, mit weiss gehöht. Sanunl. Camberlain. 

H. 0,200. — Br. 0,270. 




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RUISDAEL 

(JACOB) 

1625?—1682. 

83. Landschaft. 

Am Waldesrand, von einem Gewässer um¬ 
flossen, stehen zwei Weidenbäume und eine 


— 


41 * 


hohe Birke. Dahinter befindet sich dichter 
niederer Wald. Rechts öffnet sich der Blick 
nach flacher Ferne. Links unten mit dem 
Monogramm und der Jahrzahl 1646 bezeichnet. 

Kreidezeichnung mit Tusche vollendet. Ein 
schönes Blatt von feiner poetischer Empfindung. 

H. 0,157. — Br. 0,157. 


RIJN 

(rembrandt van) 

1606—1674. 

84. Ein Greis in einem Sessel sitzend. 

Studie zu der Figur des Erzvaters Jacob auf 
der Radirung. »Joseph erzählt seine Träume 
vor seiner Familie.« Er sitzt, in weiten, pelz¬ 
verbrämten Mantel gehüllt, nach links gewendet, 
die linke Hand auf das Knie, die rechte auf 
den Arm des Sessels gestützt. In der Mitte 
unten bezeichnet: Rt. 1631. 

Eine herrliche Zeichnung von tiefer, malerischer 
Empfindung. Aus den Sammlungen Hawkins 
& James. 





H. 0,235. — Br. 0,160. 


O- 3 


42 


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RUN 

(rembrandt van) 

85. Hüflbild eines Mannes mit hoher Pef- 
müfe. 

Nach rechts gewendet mit einem Mantel 
bekleidet, die Linke in sprechender Bewegung 
etwas erhoben, die Rechte auf dem Körper 
ruhend. 

Schöne Kreidezeichnung. Aus den Samm¬ 
lungen Th. Hudson, Jos. Kichardson und Firmin- 
Didot. 

H. 0,140. — Br. 0,095. 





RIJN 

(rhmbrandt van) 

86 . Ein schlafender Löwe. 

Gegen links gewendet, die rechte Vorder¬ 
tatze ausgestreckt; auf der linken Tatze ruht 
der Kopf des Thieres. . 

Federzeichnung auf bräunlichem Papier. Eine 
der bedeutendsten der Löwenstudien, die von 
dem Meister bekannt sind. 


H. 0,098. — Br. 0,170. 


3 43 


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RIJN 

(rhmbrandt van) 

8 y. Landschaft. 

Am Saum einer Wiese liegt zwischen Bäumen 
eine Anzahl grosser Gebäude, aus deren Mitte 
eine in Kreuzform gebaute, von einer Kuppel 
gekrönte, hohe Kirche sich erhebt. 

Wirkungsvoll ausgeführte getuschte Feder¬ 
zeichnung auf bräunlichem Papier. 

H. 0,112. — Br. 0,185. 



RIJN 

(rembrandt van) 

88. Landschaft. 

Landstrasse, zu beiden Seiten von schmalen 
Canälen umgeben, längs der sich Bauerngehöfte, 
Baumgruppen und kleine Brücken hinziehen. 

Capitale Federzeichnung aut bräunliches 
Papier. H. 0,133. — Br. °, 2 3°- 


RIJN 

(rembrandt van) 

89. Landschaft. 

«. 

Bauerngehöfte bei einem Gehölz am Uter eines 
Kanals. Eine Holzbrücke führt über denselben. 









1 44 ’ 


Höchst geistreiche Studie nach der Natur mit 
Bleistift gezeichnet. Aus den Sammlungen 
Andreossy und Firmin-Didot. 

H. 0,170. — Br. 0,298. 


RIJN 

(rembrandt van) 

90 u. 91. Zwei Shidien nach der Natur. 

Eingang zu einem umhegten Gehölz. 

Waldrand längs einer Wiese. 

Köstliche, geistreiche Kreidezeichnungen aus 
den Sammlungen Andreossy und Firmin-Didot. 

H. 0,095. — Br. 0,150. 

RAPHAEL SANZIO 

(da urbino) 

1483—1520. 

92. Landschaftliche Ski^e. 

Zur Rechten eine Parthie des Colosseums, 
zur Linken am Fuss eines Hügels eine Brücke, 
nebst dabeistehendem Gebäude (Ponte molle) 
und Baumgruppe. Ferne Bergzüge bilden den 
Hintergrund. 

Sehr flüchtig mit der Feder in brauner Tinte 
ausgeführt. 


H. 0,192. — Br. 0,315. 


45 


RAPHAEL SANZIO 

(da urbtno) 

93. Die Auferstehung Christi. 

Der Heiland von einer Engelglorie umgeben 
schwebt über dem Sarkophage, auf dessen einer 
Ecke ein Engel sitzt, der die entsetzten Wächter 
durch eine Handbewegung auf den Verklärten 
hin weist. Auf der Rückseite vier Studien nackter, 
männlicher Figuren. 

Berühmte, anerkannte Federzeichnung aus den 
Sammlungen des Herzogs von Alba, Lawrence, 
Woodburn, König von Holland und Hippisley. 

H. 0,142, — Br. 0,272. 






RAPHAEL SANZIO 

Schule. 

94. Die Auferstehung Christi. 

Studie nach der vorstehenden Composition. 
Die Figur des Christus ist dieselbe, aber ohne 
Engelglorie, die Anordnung der erwachenden 
Wächter und die Stellung des Engels eine ver¬ 
änderte. 

Sehr interessante in Raphaels Atelier ent¬ 
standene, vortreffliche Zeichnung. Mit der Feder 
ausgeführt und getuscht. 

H. 0,390. — Br. 0,280. 





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S A RTO 


(ANDREA d’äGNOLO DEL) 


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A. 




1487 - 1531 . 

95 u. 96. 2 BI. Studien. 

Sitzender Alter, vielleicht ein Doge, Knie¬ 
stück, nach links gewendet, den Kopf vorge¬ 
beugt, den rechten Arm auf die Lehne eines 
Sessels gestützt. Auf der Rückseite der Kopf 
einer jungen Frau. 

H. 0,084. — Br. 0,110. 


Sitzende Frau, nach rechts gewendet, den 
Oberkörper überbeugend und die rechte Hand 
auf die Erde stützend. 

Mit Rothstein entworfene Skizzen aus Sir 
Jos. Reynolds Sammlung. 

H. 0,110. — Br. 0,108. 


S A R T O 


(ANDREA d’aüNOI.O DK!.) 

( 97. Kleiner Engel 


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vom Rücken gesehen, den Kopf nach links 
vorgebeugt. 

Reizende, ausgeführte Rothsteinzeichnung. 

H. 0,095. — Br. 0,050. 





47 


S A R TO 


(ANDREA d’aGNOLO DEL) 




Studien zu einer und derselben Figur, in 
etwas veränderten Stellungen übereinander ge¬ 
zeichnet. 

Rothsteinzeichnung. Ein köstliches Blättchen. 


H. 0,118. — Br. 0,078. 


SCHONGAUER 

(martin) 

1420—1499. 

99. Die heilige Jungfrau dem Christus¬ 
kinde die Brust reichend. 

Sie sitzt in faltenreichem Gewände, ganz 
von vorn gesehen auf einer Rasenbank. Das 
Kind ruht auf ihrem Schoosse. 

Herrliche, sehr vollendete Federzeichnung auf 
rothgefärbtem Papier, weiss gehöht. 


S/° 


H. 0,180. — Br. 0,152. 


» 48 « 


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SCHONGAUER 

(martin) 

100. Brustbild eines Mannes. 

Ganz von vorn gesehen. Studie zu einem 
der Kriegsknechte auf einem der Passionsbilder 
des Meisters. 

Charakteristische Federzeichnung. 

H. 0,137. — R r - 0.109- 




WÄCHTLIN 

DER MEISTER MIT DEN PILGERSTÄBEN 

(johann) 

Arbeitete in der ersten Hälfte des XVI. Jahrh. in Strassburg. 

101. Der Tod der heil. Barbara. 

Sie kniet gegen links gewendet neben einem 
Thurm. Ein Henker schwingt hinter ihr das 
Schwert, um sie zu enthaupten. Den Hinter¬ 
grund bildet eine bergige Landschaft. In der 
Mitte oben ein Wappenschild und die Jahres¬ 
zahl 1521. 

Sorgfältig ausgeführte Federzeichnung auf 
braungrundirtem Papier, weiss gehöht. Samm¬ 
lung T. Dinsdale und Major. 

Rund. Diam. 0,150. 



VANNUCCI 

PIETRO GEN. IL PERUGINO. 

I446—I524. 

102 . Plttakos, einer der sieben Weisen und Gesetz¬ 
geber Griechenlands. 

Stehende Figur, etwas gegen rechts ge¬ 
wendet, in der Linken ein Buch tragend, mit 
dem Zeigefinger der Rechten nach dem Boden 
deutend. Darunter steht von des Meisters Hand 
mit grossen Buchstaben geschrieben: PITACO. 

Bedeutende Zeichnung zu einer der Fresken 
in den Bögen der Wände des Cambio in Perugia. 
Aus den Sammlungen Richajdson jun. und 
Wellesley. 

H. 0,280. — Br. 0,165. 





VELDE 

(adrian van der) 
1639 — 1672. 


iot Eine stehende nach rechts gewendete 
Kuh. 


Prächtige, sehr ausgeführte Naturstudie, mit 
Rothstein gezeichnet. 

H. 0,137. — Br. 0,184. 




4 


5 5° 


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VISCHER 


(PETER) 


I455—I529- 

104. Der Bogenschütze. 

Die nackte Figur eines Jünglings (Apollo), 
welcher, im Begriff einen Pfeil abzuschiessen, 
seinen Bogen gespannt hat und an einem Band 
einen Köcher mit Pfeilen trägt, steht auf einem 
Sockel, auf welchem man die Jahreszahl 
1531 liest. Letzterer ist am Fusse mit zwei 
Delphinen geschmückt, denen Kinder, die auf 
ihren Rücken sitzen, die Rachen aufreissen. 
Links oben fälschlich, aber von alter Hand, be¬ 
zeichnet : »Hans Holben«. 

Diese Zeichnung ist nach oder zu dem früher 
in dem Herrenschiessgraben, jetzt im ger¬ 
manischen Museum sich befindenden Brunnen 
gefertigt, dessen Hauptfigur noch von P. Vischer, 
der Sockel aber von seinen Söhnen gegossen 
und 1532 vollendet wurde. Da P. Vischer 
1529 starb, so kann die Zeichnung nur von 
einem der Söhne oder einem Künstler der 
Dürer’schen Schule gefertigt sein. Das Letztere 
ist wohl anzunehmen, da einige Abweichungen 
von der Figur P. Vischers, z. B. in der Stellung 
des Köchers, dem Band mit fliegenden Enden, 


2 >1 


das diesen hält, die volleren Formen der Glieder, 
namentlich aber die Art der Ausführung, auf 
einen Zeichner und Maler schliessen lassen. 
Jedenfalls liegt hier eine höchst bedeutende, 
interessante Zeichnung vor. Sie ist sorgfältig 
mit der Feder ausgeführt und mit Farben lavirt. 

H. 0,305. — Br. 0,168. 


Druckerei von August Osterrieth in Frankfurt a. M. 












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